Dr. med. F. Rommelmann
Facharzt für Innere Medizin, Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie
Internet: www.lunge-allergie.de
Lungenheilkunde und Schlafmedizin
Die Schlafmedizin spielt in der Lungenheilkunde heute eine wichtige Rolle, da Atemstörungen im Schlaf sehr häufig sind. So sind etwa 4% der männlichen und 2% der weiblichen erwachsenen Bevölkerung von einem so genannten Schlafapnoesyndrom betroffen, bei dem die Atmung über viele Sekunden - teilweise über 1 Minute - aussetzt und zu erheblichen Abfällen des Sauerstoffgehaltes führen kann. Diese krankhaften Störungen werden in unserer Praxis seit Jahren diagnostiziert und behandelt.
Unsere Gemeinschaftspraxis ist der Arbeitsgemeinschaft für ambulante Schlaflabore (AFAS) angeschlossen, Herrn Dr. Rommelmann verfügt über den Qualifikationsnachweis Somnologie (Schlafmedizin) der AFAS.
Was ist eigentlich ein Schlafapnoesyndrom?
Es passiert nachts, häufig bis zu 20 Mal pro Stunde, oft verbunden mit einem lauten Schnarchen, wenn die Atmung wieder einsetzt. Am nächsten Morgen wissen die Betroffenen meist von nichts; nur müde sind sie, erschöpft und vergesslich: Längere Atemaussetzer, sogenannte obstruktive Schlafapnoen, sind weitaus verbreiteter als die meisten denken und sie sind vor allem eins: gefährlich. Etwa vier Millionen Menschen leiden in Deutschland an dieser oft unterschätzten Krankheit.
Bedeutet Schnarchen Gefahr?
Die Ursache der nächtlichen Atemaussetzer, die häufig übergewichtige Menschen trifft, ist die Entspannung und Erschlaffung der Muskeln des weichen Gaumens. Werden die Atemwege eingeengt, oder im Extremfall sogar verschlossen, wird ein freier Luftfluss verhindert, was einem Atemstillstand gleichkommt. Der Körper reagiert darauf mit verstärkten Atembemühungen und kurzen Weckreaktionen, den sogenannten Arousals, was von den Betroffenen nicht wahr genommen wird. In der Folge werden die Atemwege wieder geöffnet, was als lautes Schnarchen wahrnehmbar ist. Doch nicht jedes Schnarchen, das vor allem andere Schlafende stört, bedeutet gleich Gefahr. Erst wenn die Atemaussetzer länger als zehn Sekunden dauern, spricht man von einer Apnoe. Einzelne Aussetzer können - gerade in der Einschlafphase - normal sein. Finden sich allerdings mehr als 5 dieser Apnoen pro Stunde, spricht man von einem Schlafapnoesyndrom.
Kontrolle im Schlaflabor
Die Folgen des gestörten Nachtschlafes können gravierend sein: zunehmende Tagesschläfrigkeit mit Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Zerstreutheit, Angstzuständen bis hin zu Depressionen. Gefährlich ist auch so genannter Sekundenschlaf mit erheblich erhöhtem Unfallrisiko im Straßenverkehr. Besteht ein erhärteter Verdacht auf nächtliche Atemaussetzer, muss eine genaue Diagnostik in einem Schlaflabor erfolgen. Bestätigen die Ergebnisse die Diagnose einer Schlafapnoe, muss der Patient meist eine weitere Nacht im Schlaflabor verbringen, damit die spezielle Therapie eingestellt werden kann.
Mit der Nasenmaske zu einem normalen Schlaf
Da eine Operation oft nur bei leichteren Formen der obstruktiven Schlafapnoe oder bei physischen Anomalien, wie vergrößerten Mandeln und Polypen Hilfe verspricht, bleibt oft nur eine wirklich erfolgversprechende Therapie: Die Freihaltung der Atemwege durch eine kontinuierliche Überdruckbeatmung. Dabei bekommt der Patient eine individuell angepasste Nasenmaske aufgesetzt, mit deren Hilfe die Atemwege offen gehalten werden und sich Schlaf und Atmung wieder normalisieren können. Das Problem dieser Therapieform ist die Akzeptanz: Nur cirka 70 % der Patienten ertragen im weiteren Verlauf Nacht für Nacht eine Beatmungsmaske in ihrem Gesicht. Egal ob mit oder ohne Maske sollten Schlafapnoe-Patienten auf jeden Fall dafür sorgen, dass sie ein Normalgewicht einhalten und das Schlafen auf dem Rücken vermeiden. Zusätzlich gilt ein Alkoholverbot mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen, da Alkohol die Atmungsaktivität dämmt und somit die Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit von Apnoen erhöht. Alkohol kann daher bei Personen Apnoen auslösen, die sonst lediglich schnarchen würden.
